Zwischen Dampf, Dunkelheit und verzerrten Gitarren: Benjamin Preuße, AETHERGRAD und MelatonInBunker

 

Berlin ist bekannt für kreative Grenzgänger. Menschen, die sich nicht auf eine Kunstform beschränken, sondern ihre Ideen gleichzeitig in Literatur, Musik und andere Ausdrucksformen fließen lassen. Zu diesen vielseitigen Kreativen gehört auch Benjamin Preuße. Mit seinem Roman AETHERGRAD: Rauch, Ruß & Runen und dem Musikprojekt MelatonInBunker erschafft er zwei eigenständige Werke, die dennoch eng miteinander verbunden sind.

Schon der Titel des Romans macht deutlich, dass hier keine gewöhnliche Gegenwartsgeschichte erzählt wird. Die Handlung führt in die düstere Welt von Aethergrad – eine Stadt voller Rauch, Industrie, Geheimnisse und fragwürdiger Machtstrukturen. Im Mittelpunkt steht Viktor, ein ehemaliger Ermittler, der sich durch ein Netz aus Lügen, Manipulationen und alten Konflikten kämpfen muss. Dabei verbindet Benjamin Preuße klassische Krimi-Elemente mit Steampunk-Anleihen, Fantasy-Motiven und einer gehörigen Portion atmosphärischer Finsternis.

Wer beim Lesen das Gefühl bekommt, einen Film vor Augen zu haben, liegt vermutlich nicht ganz falsch. Die Welt von Aethergrad wirkt detailreich und visuell. Man kann förmlich den Ruß riechen, der über den Straßen hängt, während irgendwo im Hintergrund Zahnräder knirschen und dampfbetriebene Maschinen ihre Arbeit verrichten. Die düstere Stimmung des Romans lebt von seiner Atmosphäre ebenso wie von seiner Handlung.

Doch Benjamin Preuße beschränkt sich nicht auf das geschriebene Wort. Unter dem Namen MelatonInBunker veröffentlicht er Musik, die sich zwischen Metal, Nu Metal, Industrial, Gothic-Einflüssen und experimentellen Klanglandschaften bewegt. Bereits Titel wie „Chains of Gold“, „War Never Changes“, „Insomnia“ oder „Blacklight Saints“ vermitteln einen Eindruck von der dunklen und zugleich nachdenklichen Klangwelt des Projekts.

Besonders spannend wird es dort, wo Literatur und Musik aufeinandertreffen. Denn AETHERGRAD und MelatonInBunker wirken nicht wie zwei voneinander getrennte Projekte, sondern wie unterschiedliche Zugänge zu derselben kreativen Welt. Die Songs transportieren Stimmungen, Emotionen und Bilder, die auch im Roman eine zentrale Rolle spielen. Umgekehrt erweitert die Geschichte von Aethergrad die musikalische Welt um eine erzählerische Ebene.

Dieses Zusammenspiel erinnert an große transmediale Kunstprojekte, bei denen verschiedene Medien gemeinsam ein größeres Ganzes ergeben. Während andere Autorinnen und Autoren vielleicht eine Playlist zu ihrem Buch veröffentlichen, geht Benjamin Preuße einen Schritt weiter: Die Musik steht nicht nur neben dem Roman, sondern ergänzt dessen Atmosphäre und vertieft das Erlebnis.

Gerade für Leserinnen und Leser, die sich gerne vollständig in eine fiktive Welt hineinziehen lassen, entsteht dadurch ein besonderer Mehrwert. Wer beim Lesen die Musik von MelatonInBunker hört, erhält gewissermaßen einen Soundtrack für die Straßen, Fabriken und Geheimnisse von Aethergrad. Es ist eine Kombination, die ungewöhnlich wirkt und gerade deshalb neugierig macht.

Erfreulich für Fans des Romans ist zudem die Aussicht auf eine Fortsetzung. Nach Angaben aus dem Umfeld des Projekts arbeitet Benjamin Preuße bereits an einer weiteren Geschichte aus dem AETHERGRAD-Universum. Damit dürfte die Reise durch die von Rauch, Ruß und Runen geprägte Welt noch lange nicht beendet sein.

Weitere Informationen

Mit AETHERGRAD und MelatonInBunker zeigt Benjamin Preuße eindrucksvoll, wie Literatur und Musik miteinander verschmelzen können. Das Ergebnis ist kein gewöhnlicher Roman und auch kein gewöhnliches Musikprojekt, sondern ein kreatives Gesamtkonzept, das seine eigene düstere Identität entwickelt. Für Fans von Steampunk, Mystery, Fantasy und atmosphärischer Musik lohnt sich ein Blick – oder besser gesagt: ein Blick und ein Hinhören.